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Der Kuchenfuessler vom Planeten Coldish
Cyrion
IETB - Institut für Extra Terrestrische Biologie

Cyrion
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Der Planet Coldish weist als Besonderheit eine sehr geringe Umdrehung um die eigene Achse auf. Er hat ungefahr doppelte Erdgroesse und eine Umdrehungsdauer um seine Achse von 4 Jahren. Er befindet sich in einer sehr elipsoiden Umlaufbahn um seine Sonne die ca 20 Jahre betraegt. Die Sommer/Winter Unterschiede entstehen auf diesem Planeten durch die Differenz zwischen dem naechsten und weitesten Punkt von der Sonne, nicht durch eine Achsneigung. Auf der tagesseite werden temperaturen von max. 10 Grad erreicht, auf der Nachtseite gehen sie bis minus 150 Grad zurueck. Im Winter erreichen auch die Temperaturen auf der Tages- seite selten mehr als minus 20 Grad.
 
Diese Eigenschaften haben eine recht erstaunliche Fauna und Flora hervorgebracht. Ein Teil der Flora schwebt in der Luft, der Sonne folgend, fast die gesammte Tierwelt folgt der Flora, ebenfalls in staendiger Bewegung.
 
Das hier mitgebrachte Objekt ist ein Teil des Mantels eines Tieres, das die Raumfahrer, die diesen Planten entdeckten, Kuchenfuessler nannten. Es hat eine schildkreotenaehnliche Form, nur das der "Panzer" nicht aus Kalkverbindungen besteht und ebenfalls nicht dem Schutz dient, sondern als Zweck die Nahrungsspeicherung im Winter hat. Ernaehren tut sich der Kuchenfuessler durch durch die Luft schwebende Mikroorganismen und Pflanzen, aus dem, was er nicht fuer die Bewegung braucht, baut er den Mantel um seinen koerper herum auf.
 
Der Wachstum des Mantels ist jedoch so stark, das das Tier durch das Gewicht nicht mehr Bewegungsfaehig waere und verenden wuerde. Es haben sich eine Menge Symbionten entwickelt, die den Mantel des Tieres staendig anfressen, und auch die ersten Raumfahrer stellten fest, das der Mantel nicht nur nahrhaft ist, sondern erstaunlich gut schmeckt. Zudem hat er einen geringen Wasseranteil, weil das Tier ihn im Winter zusaetzlich als Kaelteschutz verwendet. In den Sommermonaten dient die Mulde in der Oberflaeche des Mantels der Aufzucht des Nachwuchses, dort sammelt sich ein Naehrbrei, in dem die Jungen aufwachsen. Auch in dem mitgebrachten Mantel ist dieser Brei zu sehen, ohne Junge natuerlich weil ja keines der Tiere geschaedigt werden sollte. Das tier, von dem dieses Mantelteil stammt, ist sowieso nocht nicht im Teilungsfaehigen Alter, die ausgewachsenen Exemplare werden mehrere Meter groß, das tier von dem dieser Mantel stammte war grade mal 50 cm lang.
 
Die Raumfahrer schaetzen den Kuchenfuessler nicht nur wegen des Geschmacks, sondern auch wegen des Naehrwertes der Mantelsubstanz. Waerend den Naehrbrei nur waerend der Jugend der Tiere geniessbar ist und meist nicht mehr als einen kurzen, wenn auch sehr vitaminreichen Snack ergibt, ist der Mantel auch fuer die Mitnahme gut geeignet. Durch seinen geringen Wasseranteil widersteht er sowohl der Kaelte des Weltraumes als auch dessen Druckverhaeltnissen. Die Ungeniessbarkeit und der ueble Geruch der Naehrfluessigkeit bei teilungsfaehigen Tieren dient vermutlich dem Schutz der Jungen, so das der Bereich des Mantels nicht gefressen wird, waerend Junge sich im Brei befinden.
 
Der Kuchenfuessler hat sich auch in der Haltung als sehr nuetzlich erwiesen. Er schafft es auch den Luftstaub zu verwerten und in Energie sowie Mantelmasse umzusetzen. In einer Stadt wie Berlin fuehlt er sich dank des Staubanteiles ziemlich wohl, Mexico City waere auf diesem Planten das ideale Pflaster fuer ihn WENN ihn nicht die Sonne verwirren wuerde. Er ist deshalb nur in geschlossenen Raumen mit einer Lichtquelle auf einer Seite und einem Laufband haltbar, ausserdem einer guten Staubzufuhr. Dafuer stellt er kaum Ansprueche, die Energie des Laufbandes kann zum Betreiben der Lichtquelle und des Luftaustauschen verwendet werden, es bleibt sogar etwas uebrig.
 
Wegen all dieser Eigenschaften gibt es einen regelrechten Raubtourismus hin zu Colddish, harmlose Varianten wie das landen um sich einen Teil des Panzers aus den Tieren zu schneiden bis hin zu Verschleppungen der Tiere oder sogar die Hinnahme des Todes, indem in Kilometerbreiten Fangnetzen die Tiere an ihrem Lauf gihindert werden, um sie schneller abernten zu koennen. Das sie sich dabei gegenseitig zertrampeln oder erfrieren, wenn das Netz vergessen wurde zu leeren scheint diese Raubtouristen nicht zu interessieren. Eine weitere Folge der zu starken Frequentierung ist der Rueckgang der natuerlichen Fresssymbionten des Kuchenfuesslers, was ungeahnte Auswirkungen auf das gesammte natuerliche Gleichgewicht auf Coldish haben kann.
 
Das Institue fuer extraterristische Biologie fordert hier schon seit langem galaxisweit haertere gesetzliche Massnahmen.