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Lemmingi Florkus
Cyrion
IETB - Institut für Extra Terrestrische Biologie

Cyrion
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Der Planet Flork ist, mit seinem 670 fachen Erddurchmesser, ein Gigant unter den nach der Zusammensetzung eigentlich erdaehnlichen Planeten. Durch die hohe Masse bedingt betraegt die Anziehungskraft das 30 fache der Erdanziehung, was auf eine geringere Dichte schliessen laesst. Die unteren Athmosphaereschichten besitzen eine wesentlich hoehere Dichte als die Erdathmosphaere, sind ihr aber sonst aehnlich. Auf dem Planeten hat sich, wie auf vielen anderen auch, Leben auf Basis von Kohlenwasser- stoffen gebildet, ist aber nach heutigen Erkenntnissen nie zu einer inteligenten Stufe aufgestiegen. Ungewoehnlich, aber durch die hohe Dichte der Athmosphaere bedingt, ist das Leben in den unteren Schichten der Athmosphaere, dort schweben Kleinstlebewesen sozusagen in der Luft, aehnlich dem Plankton der irdischen Meere im Wasser. Dieser Plankton dient vielen ungewoehnlichen Lebewesen auf dem Planeten zur Nahrung,so auch dem Lemmingi Florkus, dem diesen Namen die irdischen Raumfahrer gaben, die den Planeten entdeckten und katalogisierten. Er laeuft ueber diesen Planten und frisst den Plankton durch sein staendig geoeffnetes Maul durch das Luft stroemt, die an den Rueckenoeffnungen wieder aus- tritt, nachdem der Plankton ausgefiltert wurde.
 
Die Raumfahrer gaben diesen Namen nicht ohne Grund: der Lemmingi florkus zieht zu bestimmten Jahreszeiten zu Milliarden zu einem bestimmten Gebiet des Planeten. Durch den recht hohen Zerklueftungsgrad und Ebenenhoehen von Dutzenden von Kilometern (der hoechste Berg auf diesem Planeten hat eine Gipfelhoehe von 853 Kilometern) stuerzen auf diesem Weg hunderte Millionen dieser Tiere in Schluchten. Am Fuss dieser Schluchten haben sich kompette Oekosysteme gebildet, die nur von den Ueberresten des Lemminge Florkus leben. Durch die grosse Fall- hoehe, die hohe SChwerkraft und die dichte Athmosphaere entsteht eine hohe Luftreibung, die einen dem Braten nicht unaehnlichen Prozess in Gang setzt. Findige Raumfahrer haben sich das zu Nutze gemacht. Waerend am Fusse durch den Aufprall der Koerper dies Tieres stark zerstoert wird, behaelt er waerend des Absturzes recht gut seine Form. Ganze Flotten von Raumschiffen kommen inzwischen zu den speziellen Jahres- zeiten nach Flork und fangen in verschiedenen Hoehen die Tiere in grossen Netzen oder mit Hilfe von Antigrav Feldern auf und zerlegen die Tiere. Als besonders schmackhaft haben sich die fast rechteckigen Beine herausgestellt, vor dem Absturz reine Muskelstraege, aber auch der Restkoerper ist durchaus essbar. Zuerst wurde es fuer ungewoehnlich gehalten, das ausgerechnet die Augen noch ihre urspruengliche Form behalten. Schon bald fand sich aber eine Loesung - sie sind nicht mit den Augen von Lebewesen der Erde vergleichbar, sondern bestehen aus fast glasharten Kohlestoffverbindungen in kristalliener Form, die erst durch den Absturzprozess ueberhaupt weich und damit geniessbar werden. Als Verpflegung fuer den instellaren Flug werden aber meisten nur die Beine verwendet, die durch die Brat- prozess keimfrei, formstabil und dehydriert werden und durch ihre fast rechteckige form sich fast lueckenlos lagern lassen. Viele Fang- flotten werfen die Reste auch einfach wieder ueber Board, um die Oeko- systeme an den Schluchttaelern nicht ueber Gebuehr zu belasten. Dort entsteht unter anderem auch die Hauptnahrungsquelle des Lemmingi Florkus, der schon genannte atmosphaerische Plankton. Dabei handelt es sich im uebrigen nicht um ein eigenstaendiges Lebewesen, sondern um eine Art Spore, die von den Taelern in Athmosphaereschichten bis zu ca.200 Km steigt und sich so ueber den Planeten verbreitet. Der Begriff "Plankton" ist also mehr umgangssprachlich gepraegt als wissenschaftlich korrekt.
 
Bei den mitgebrachten tafelfertigen und als Demonstrationsobjekt komplett gelassenen Lemmingi Florkus handelt es sich von abgefangenen Tieren aus verschiedenen Hoehen des Absturzes, wie man am unterschied- lichen Braeununggrad sehen kann. Das Innenleben des Koerpers quillt durch die Hitze und den nach unten zunehmenden Druck durch die haerter werdende Haut nach aussen, ein Vorgang, der sich kaum vermeiden laesst. Weiterhin platzt die Haut teilweise auf, und es koennen auch nicht alle Tiere ganz aufgefangen werden, einige zerbrechen bei dem Versuch(vor allem bei Netzen, weniger bei Anti- graveinrichtungen, die ein sanfteres bremsen ermoeglichen) oder verlieren ihre Beine. Vom Lemmingi Florkus sind verschiedene Unterarten bekannt, hauptsaechlich unterschieden durch die Anzahl der Beine. Von der etwas selteneres 8 beinigen Art ist hier nur ein Exemplar vorhanden, der Bruch laesst auf die Netzfangmethode schliessen.
 
Der Verzehr dieser Tiere wird von vielen Religionen und auch sonst vegeta- rischen Gruppen akzeptiert und teilweise praktiziert, da am Tod des Tieres niemand beteildigt war ausser es selbst. Wobei es anfangs auch Oeko- gruppen gab, die versuchen Zaeune an den Schluchten zu bauen, damit die Tiere nicht abstuerzen. Da dadurch allerdings die Oekosysteme am Boden der Schluchten und damit der gesamte Kreislauf zerstoert worden waere, fand dies schnell ein Ende und steht heute unter Verbot.
 
Fuer zartere Gemueter sei noch erwaehnt, das der Lemmingi Florkus nicht besonders leidet waerend er sich selber braet. Tests mit Tieren, die kurz nach dem Absturz abgefangen wurden zeigten, das sie schon kurz nach dem Absturz an einer Art Schock starben.